logoDer Spalt-Spektrograph Lhires III


Wie auf der website unter "Mein Einstieg" dargestellt, war mein erster selbstgebauter Spektrograph ein klassischer spaltloser Typ. Die spaltlosen Spektrographen haben den Vorteil leichter Bauart, hoher Lichtstärke und einfacher Nachführtechnik. Ihr wesentlicher Nachteil ist die durch das Seeing und die Fokussiergüte definierte und damit von der Situation abhängige Auflösung (Größe des Sternscheibchens im Fokus des Teleskops = Fokus des Spektrographen-Kollimators). Außerdem lassen sie sich nicht im Bezugssystem des Beobachters kalibrieren (keine Verwendung von Kalibrierlampen möglich).

In den Spaltspektrographen ist der Spalt das auflösungsbestimmende Element. Die erreichbare Auflösung ist durch die Spaltbreite definiert, wobei in der Praxis allerdings zu beachten ist, dass der Spalt nicht einen zu hohen Anteil des Objektbildes abschirmt (Lichtverlust).

Der Spaltspektrograph LHIRES III wird von der Firma Shelyak hergestellt und vertrieben. Normalerweise bekommt man ihn als Bausatz, wie im linksstehenden Bild dargestellt. Er kann innerhalb eines Tages zusammengebaut werden.

Einige Daten zum LHIRES III:
Optimiert für Teleskope mit Öffnungsverhältnis 1:10 (z.B. C11). Am C14 (1:11) wird etwas Lichtstärke verschenkt.
Auswechselbare Reflexionsgitter (Schubladen), maximale Größe des Gitters 50 x 50 mm².
Bei Verwendung eines Gitters mit 2.400 Linien/mm werden im roten Bereich Auflösungen um R = 17.000 erreicht (die Auflösung ist von der Wellenlänge, vor allem aber von der eingestellten Spaltbreite abhängig). Damit liegen bereits Linienprofilaufnahmen im Rahmen des möglichen Routinebetriebs.
Der polierte Edelstahlspalt wird auf der guiderKamera abgebildet. Als Science-Kamera (zur Aufnahme der Spektrenstreifen) sind unterschiedliche Kameras mit entsprechenden Adaptern anpassbar.

Nebenstehend ist die Sauerstoffbande bei 690 nm zu sehen (nicht kalibriert, nicht normiert, Abzisse = Pixel, aus einer Aufnahme des bewölkten Tageshimmels). Das Bild zeigt die Leistungsfähigkeit dieses Gerätes (verwendetes Gitter: 2400 g/mm)..




Detaillierte Unterlagen findet man unter http://astrosurf.com/thizy/lhires3/index-en.html.

Zum Vergleich das Spektrum des gleichen Wellenlängenausschnitts aus einer Messung mit einem professionellen Spektrographen mit etwa R = 20.000.

 

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