Be Sterne


Definition
: Be Sterne sind Sterne der Spektralklasse B, bei denen mindestens einmal eine Balmerlinie in Emission gesehen wurde.

Diese Definition nimmt die wesentlichen Eigenschaften der Be Sterne vorweg:

  1. Sie sind zumindest zeitweise Emissionsliniensterne. Wenn eine Balmerlinie in Emission erscheint, ist dies zumeist die H alpha Line bei 6563 Angström.
  2. Sie müssen nicht perament die Balmerliniene(n) in Emission zeigen.
  3. Es ist eine gewisse Variabilität zu erwarten.

Ein Drittel der hellsten am am Himmel sichtbaren Sterne gehören zur Spektralklasse B, obwohl sie eigentlich eher selten sind. Das hängt mit ihrer sehr hohen Oberflächentemperatur zusammen und der damit verbundenen extremen Luminosität. Sie sind deshalb weit sichtbar. Sie strahlen ihre Haupenergie im im UV und Blauen ab. Es sind kurzlebige Sterne, weshalb sie auch meist nahe ihres Geburtsortes zu finden sind: den Staub- und Molekülwolken in der Ebene der Milchstraße. Ein Prunkstück bestehend aus B-Sternen sind die Pleijaden (alle 7 sichtbaren Pleijadensterne sind B Sterne).

Wegen ihrer "Jugend" rotieren die B Sterne noch recht schnell. Umfangsgeschwindigkeiten am Äquator von 200 bis 400 km/s sind keine Seltenheit. Wahrscheinlich ist es ein Teil der Ursache für das Be Stern Phänomen,, dass die schnellen Rotatoren nahe ihrer Grenzgeschwindigkeit rotieren, bei der die Fliehkraft an der Sternoberfläche die Gravitation überwindet und Material in's All geschleudert wird. Aktivitäten an der Sternoberfläche wie Magnetfelder, Flecken, Pulsationen etc. unterstützen evtl. den "Abwurf" von Gas, so dass auch unterhalb der Stabilitätsgrenzgeschwindigkeit sich Gas ablösen kann. Dieses Material kann sich dann in einer gebundenen äquatorialen Gasscheibe ansammeln, die den Stern ringförmig umgibt (typischerweise 5 bis 30 Sternradien große "discs"). Wegen der intensiven UV-Strahlung des Be-Sterns ist die Scheibe ionisiert und um die 10000K heiß. Dadurch können die in der Scheibe enthaltenen Ionen (HII und HeII) in der Folge von Rekombinationsreaktionen charakteristische Linienkaskaden in Emission ausstrahlen. Und genau daran sind die Be Sterne im Spektrum erkennbar: Zumindest die H alpha Linie ist in Emission. Bei sehr heißen Exemplaren sind viele Linien in Emission: Fast alle Balmerlinien und viele HeI Linien, teilweise auch Metalle wie FeII und andere.

Be Sterne werden in der FG Spektroskopie einem Langzeitmonitoring der H_alpha-Äquivalentweitenentwicklung unterzogen. Wer sich darüber informieren will möchte bitte auf der website der FG nachschauen: http://spektroskopie.fg-vds.de/

 

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