sigma Orionis E

HR 1931, HD 37468, Flamsteed Nummer: 48,
Sternbild: Orion,
Visuelle Helligkeit: 3.81, Farbindex: -0.24, Spektralklasse: O9.5V

sig Ori E ist ein heisser O Stern nahe den Gürtelsternen des Orion.

sig OriE besitzt ein Magnetfeld und bläst - wie praktisch alle heissen O Sterne - durch den extremen Lichtdruck starke Sternwinde in den umgebenden Raum. Das Magnetfeld führt zusätzlich noch zu "Sichtungseffekten", wodurch die Elementverteilung auf der projizierten Sternoberfläche heterogen wird. So können beispielsweise He-arme Polkappen entstehen. Diese Effekte werden durch das Modell des schiefen magnetischen Rotators beschrieben. Eine gute deutschsprachige Einführung ist hier zu finden.

Die relativ schnelle Rotation der jungen O Sterne und die heterogene Elementverteilung führen zusammen genommen zu Variabilitäten der rotationsverbreiterten Linien der Elemente, die durch die magnetisch verursachte "Elementsortierung" beeinflusst werden. Die LPV können also rotationsmodulierte variable Komponenten besitzen.

Im Frühjahr 2008 habe ich diesen Stern mehrfach beobachtet. Das zeitlich gemittelte Spektrum ist links zu sehen.Während die HeI 6678 ein symmetrisch rotationsverbreitertes Profil zeigt, verfügt die H alpha Linie über breite Emissionsschultern. Die scharfen Absorptionen sind terrestrische (Wasser)Linien.

Das Spektrum ist nicht normiert. Kalibrierung mittels dreier Neonlinien.

 

Die zeitliche Variation der H alpha Linie und der HeI 6678 sind im nebenstehenden Diagramm gezeigt. Die Profilvariabilitäten der H alpha Linie sind deutlich.

Dargestellt sind einzelne Aufnahmen je 20 min Belichtungszeit, die in dieser Grafik durch Überlagerung schmale Gruppen bilden, die schon einen Eindruck über die Nacht gemittelter Spektren erzeugen. Von Nacht zu Nacht ändert sich das Ha-Profil. Gelegentlich lassen sich sogar Änderungen während einer Nacht beobachten (vgl. Spektren JD 2454510 und JD 2554516).

Die Spektren sind nicht normiert. Kalibrierung mittels dreier Neonlinien.

Technik: C14 mit Lhires III, Gitter 2400g/mm, CCD: Sigma 1603ME, 1x1 binning, Belichtungszeiten der einzelnen Aufnahmen 20 min.
Datenreduktion: SMS (MIDAS basiertes Skript von Günter Gebhard) und TS (MIDAS basiertes Zeitserientool von Andreas Kaufer).

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